Lagerkosten senken – so geht’s!

Maßnahmen, die greifen

Lagerkosten sind im Rechnungswesen die mit der Lagerhaltung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Zwischenprodukten, Fertigerzeugnissen sowie Ersatzteilen und Handelswaren verbundenen Kosten. Die Lagerkosten zu senken und dabei den Kundenservice und die Warenverfügbarkeit konstant hoch zu halten ist eine große Herausforderung. Der Anteil der Lagerkosten an den Gesamtkosten liegt in Deutschland branchenabhängig zwischen 5 und 80 Prozent. Einen Optimalwert zu bestimmen nicht möglich und von der Art des Unternehmens abhängig. Es ist allerdings möglich, die Lagerkosten und somit auch die Gesamtkosten zu senken. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, mit welchen Maßnahmen Sie die Kosten für die eingelagerte Ware und somit die Lagerkosten gezielt senken können.

Die im Lager entstehenden Kosten lassen sich zudem folgendermaßen aufteilen:

  • Personalkosten
  • Lagerraumkosten ( z.B. Miete, Strom, Gebäudeversicherung)
  • Fördermittelkosten
  • Kosten für die eingelagerte Ware, aufzuteilen in Kapitalbindungskosten, Versicherungskosten und Kosten des Lagerrisikos
  • Materialkosten

Operative Kosten

1. Gekonntes Lagermanagement

Den eigentlichen Betrieb des Lagers aufrecht zu erhalten und ist Aufgabe des (operativen) Lagermanagements. Dazu gehört die Überwachung und Steuerung aller Tätigkeiten im Lager. Hier eine kleiner Ausschnitt, wie das LogControl Lagerverwaltungssystem schon im Standard bei der Kommissionierung vollautomatisch 20% Prozesskosten für Sie senkt:
Das LogControl-Lagerverwaltungssystem ermöglicht eine auftragsweise, einstufige bzw. mehrstufige, serielle oder parallele Kommissionierung mit Pick und Pack. Die Lagerorte werden dabei in der Reihenfolge ihrer Priorität nach geeigneten Beständen durchsucht. Die Pickliste ist innerhalb eines Lagerortes wegeoptimiert aufgebaut und ebenfalls prioritätengesteuert und über Logistikketten können unterschiedliche Folgeprozesse je Auftragsart (z. B. Verpackung und Verladung) angestoßen werden…
…und das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt. Weitere Module finden Sie in der ausführlichen LVS-Modulbeschreibung.

Kosten für Aufbau & Einrichtung des Lagers

1. Einsparung der Versicherungskosten

Überprüfen Sie Ihre Versicherungsverträge, insbesondere die gegen Brand- und Wasserschäden. Die Prämiensätze werden in der Regel entweder pauschal mit einem Durchschnittswert für alle Materialarten oder unter Berücksichtigung des Lagerwerts und der Lagerdauer berechnet. Hier lohnt sich ein erster Blick und Versicherungsvergleich.
Die Verringerung der „Brandlast“ ist neben der erhöhten Sicherheit für Mensch und Material auch hinsichtlich der Feuerprämie ein spannendes Thema: Sehr guter Brandschutz wird in der Prämientarifierung für Industriebetriebe mit Rabatten bis zu 85% Nachlass honoriert. Eine regelmäßige Überprüfung der Konditionen und der Berechnungsgrundlagen kann sich also lohnen und entsprechende Maßnahmen für mehr Sicherheit und geringere Lagerkosten sorgen.

2. Vorausschauende Lagerplanung

Welche(r) Lagertyp(en) sind die richtigen für mein Unternehmen? Wie richte ich sie ein, damit die vorgesehenen Prozesse möglichst effizient ablaufen? Wo werden welche Waren gelagert, damit schnell(er) kommissioniert wird? Wie kennzeichne ich das Lager? Welche Art der Organisation benötige ich und mit welcher Lagersoftware steuere ich die Prozesse und den Materialfuss? Diese und viele Entscheidungen haben von Bau/Neubezug des Lagers an Einfluss darauf, wie hoch oder niedrig Ihre Lagerkosten ausfallen. Die gute Nachricht: Es sind auch nachträglich immer Optimierungen möglich, darum lohnt es sich, diese Frage in regelmäßigen Abständen – ggfls. unter Einbezug externer Experten – immer wieder zu stellen und bestehendes zu überprüfen.

Kosten rund um Disposition & Einkauf

1. Reduzierung der Kapitalbindungskosten

Im Normalfall stellen die Kapitalbindungskosten den größten Anteil an den Lagerkosten dar und sind somit der effektivste Hebel, um Lagerkosten zu senken. Die Höhe der Kapitalbindungskosten hängt vor allem von der Länge des Gesamtprozesses, von den Einkaufsmengen und dem Kapitalbindungs-Zinssatz ab. Werden Waren und Rohstoffe auf Vorrat beschafft oder Kunden zu lange Zahlungsziele eingeräumt, binde Sie unnötig Umlaufvermögen. Optimales Bestandsmanagement und sowie kürzere Zahlungsfristen schaffen hier Abhilfe.

2. Reduzierung des Lagerrisikos

Verderb, Schwund, Diebstahl, (technische und wirtschaftliche) Veralterung, …manche Risiken lassen sich nicht oder nur teilweise durch Versicherungen abdecken. Nutzen Sie ein Lagerverwaltungssystem wie das von LogControl, welches die Mindesthaltbarkeit von Waren überwacht und legen Sie im System eine maximale Lagerdauer auch für nicht verderbliche Waren fest, um die Veralterung von Waren vorzubeugen. Überlegen Sie zudem Maßnahmen gegen Diebstahl und berechnen Sie kalkulatorische Risikoprämien bei der Ermittlung der wirtschaftlichen Lagermenge ein.

3. Einkauf vereinfachen, z.B. durch Rahmenverträge

Beschaffen Sie Ware, wird der Wert Ihrer Lagerbestände auch vom Einkaufspreis bestimmt. Prüfen Sie daher, ob Sie die Konditionen bei Ihren Lieferanten verbessern können. Mit Rahmenverträgen erzielen Sie unter anderem niedrigere Einkaufspreise und profitieren gleichzeitig von der bestandssenkenden Wirkung. Ihr Lieferant erlangt dabei ebenfalls Vorteile, denn er sichert sich Umsatz und kann seine (Produktions-)Kapazitäten besser auslasten.

4. Bestellverhalten anpassen: bedarfsgerechte Zulieferungen & Just-in-Time-Produktion

Wenn Sie für Materialien und Stoffe mit hohem Wert die Bestellgewohnheiten ändern, können Sie unter Umständen erhebliche Kosten einsparen. Führen Sie die bedarfsgerechte Lieferung ein, also die Anlieferung von Materialien möglichst kurz vor dem Zeitpunkt ihrer Verwendung, senken Sie die Lagerkosten zusätzlich. Eine systematische Absatzplanung und verlässliche Absatzprognosen sind dafür unerlässlich. Richten Sie sich dabei auch nach dem Produktlebenszyklus und vermeiden Sie so bei sinkender Nachfrage automatisch Überbestände.
Bei einer Just-in-time-Produktion wird das richtige Timing über alle Produktionsstufen hinweg perfektioniert. Wichtig bei derartigen Überlegungen und Strategien ist, dass Sie in jedem Fall die anfallenden Organisationskosten sowie die bestell- oder auflagefixen Kosten berücksichtigen, denn diese verhalten sich, abhängig von der Losgröße, antiproportional.

5. Puffer-Abruflager und Drop-Shipping (Streckengeschäft)

Die Einrichtung eines Puffer-Abruflagers, welches von Ihrem Lieferanten unterhalten wird, bringt ganz offensichtliche Vorteile: Die Wiederbeschaffungszeiten sinken auf ein Minimum und bestehen nur noch aus Handling- und Transportzeit. Sie hingegen haben weniger Waren am Lager und genießen alle Vorteile eines niedrigen Bestands.
Nicht vorhanden sind Lagerkosten die beim sogenannten Streckengeschäft / Dropshipping. Kennzeichnend ist hierbei, dass ein Händler Ware von Lieferanten (Hersteller oder Großhändler) erwirbt und sie an Kunden weiterverkauft, ohne physischen Kontakt mit der Ware zu haben. Die Lieferung der Ware erfolgt direkt vom Lieferanten an den Kunden. Drop-Shipping unterscheidet sich vom Lagergeschäft nur insofern, als das der Händler beim Lagergeschäft selbst die Lieferung vornimmt. In beiden Fällen wird der Händler Eigentümer der Ware.

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